NÖ Landesgesundheitsagentur mit neuem Vorstand

ST. PÖLTEN. Konrad Kogler und Helmut Krenn lenken Geschicke der Organisation. Mikl-Leitner: „Wollen das beste Gesundheits- und Pflegesystem für unsere Landsleute.“

Die Zusammenführung von Niederösterreichs Landes- und Universitätskliniken sowie der Pflege-, Betreuungs- und Förderzentren unter dem gemeinsamen Dach der NÖ Landesgesundheitsagentur läuft auf Hochtouren. Am Dienstag bestellte die Landesregierung die beiden Vorstände der Agentur. Nach der offiziellen Gründung der Landesgesundheitsagentur mit Jahresbeginn ist Niederösterreichs größtes Reformprojekt damit exakt im Zeitplan. Mit Konrad Kogler und Helmut Krenn werden künftig zwei erfahrene Experten an der Spitze der neuen Agentur stehen.

„Vor etwas mehr als einem Jahr haben wir diesen Reformprozess gemeinsam in Gang gesetzt und mit der Bestellung der Vorstände in der heutigen Regierungssitzung setzen wir heute Schlusspunkt und Startschuss zugleich“, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner bei der offiziellen Präsentation am Dienstag. Gesundheit und Pflege seien die entscheidenden Herausforderungen der Zukunft. Niederösterreich investiere mehr als die Hälfte seines Budgets in diese Bereiche. „Diese Mittel wollen wir so einsetzen, dass sie die größtmöglichen Vorteile für die Menschen bringen“, so Mikl-Leitner. „Und dazu brauchen wir die Landesgesundheitsagentur: Ein gemeinsames Dach, um Gesundheit und Pflege aus einer Hand zu denken, zu planen und zu steuern.“

Struktur
27 Kliniken, 48 Pflege- und Betreuungszentren sowie zwei Pflege- und Förderzentren mit ihren in Summe rund 27.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern werden im Endausbau innerhalb der Landesgesundheitsagentur gemanagt. Im ersten Halbjahr 2020 werden dafür die Strukturen erarbeitet. Mit 1. Juli übernimmt die Agentur offiziell die Betriebsführerschaft über die Häuser. Aufsichtsrat, Vorstand und Beirat sorgen dabei für einheitliche Standards in den fünf Gesundheitsregionen Niederösterreichs, die künftig als fünf eigene Organisationsgesellschaften geführt werden.

Vorteile
Die Vorteile für die Patientinnen und Patienten, Bewohnerinnen und Bewohner liegen auf der Hand: Die noch engere Zusammenarbeit von Kliniken und Betreuungszentren ist besonders wichtig, da die Bevölkerung ein immer höheres Lebensalter erreicht und deshalb eine noch bessere maßgeschneiderte Versorgung braucht. Die engere Verbindung zwischen Klinken und Pflegezentren macht aus bisherigen Schnittstellen gut funktionierende Nahtstellen, was etwa beim Entlassungsmanagement spürbare Erleichterungen mit sich bringt. Gemeinsame Fortbildung stellt sicher, dass Patientinnen und Patienten, Bewohnerinnen und Bewohner gleich formulierte Auskünfte bekommen und einheitliche Behandlungsmethoden nach neuestem pflegerischem und medizinischem Wissensstand. Das Optimieren täglicher Abläufe und Prozesse wird dabei helfen, Zeit und Energie zu finden, die besser für die betreuten Menschen aufgewendet werden kann. Das Finden von Synergien in allen Bereichen bedeutet aber nicht Sparen im System, sondern den sinnvollen Einsatz von budgetären Mitteln und Arbeitskräften.

Vorstand und Direktion
Die Geschicke der Agentur werden künftig die beiden Vorstände Konrad Kogler und Helmut Krenn lenken. Der 55-jährige Kogler war zuletzt als Geschäftsführer für Personal und Organisation in der NÖ Landeskliniken-Holding tätig. Davor war Kogler von 2013 bis 2017 Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit im Bundesministerium für Inneres und später Landespolizeidirektor von Niederösterreich. „Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich viele große Reformen begleiten, mitgestalten und damit viel Erfahrung sammeln konnte. Und ich freue mich, dass ich nun auch am Aufbau der neuen NÖ Landesgesundheitsagentur mitwirken kann – und damit in einem Bereich, in dem man so viel Positives für die Menschen bewirken kann“, so Kogler zu seiner neuen Aufgabe. „Ich bin mir sicher, dass wir mit der NÖ Landesgesundheitsagentur Strukturen aufbauen und nutzen werden, um auch in Zukunft die beste medizinische und pflegerische Betreuung sicherstellen zu können. Damit es unseren Patientinnen und Patienten, Bewohnerinnen und Bewohnern und auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern noch besser geht.“

Helmut Krenn, 62, lenkte bereits seit 2008 als Kaufmännischer Geschäftsführer die Geschicke der NÖ Landeskliniken-Holding. Der diplomierte Krankenhausbetriebswirt war davor ab 1998 kaufmännischer Direktor des Spitals in Waidhofen/Ybbs, ab 2005 war er zusätzlich Regionalmanager der Mostviertler Landeskliniken. „Mit der NÖ Landesgesundheitsagentur haben wir nun die Chance, die Zusammenarbeit der Kliniken und Pflege-, Betreuungs- und Förderzentren noch weiter voranzutreiben.“, sagt Krenn. „Die gemeinsame Planung von Gesundheit und Pflege ist vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, des laufenden medizinischen Fortschritts und der zunehmenden Digitalisierung der richtige Weg für die bestmögliche Versorgung der Menschen in unserem Bundesland.“

Die fachliche Führung der Landesgesundheitsagentur komplettiert Markus Klamminger als Direktor für Medizin und Pflege. Der 59-jährige Chirurg war zuvor Medizinischer Geschäftsführer der NÖ Landeskliniken-Holding.

„Jede Mitarbeiterin und jeder einzelne Mitarbeiter hat meine vollste Unterstützung“, so Mikl-Leitner am Dienstag. „Wie auch die heute bestellten Vorstände Konrad Kogler und Helmut Krenn sowie der Direktor für Medizin und Pflege Markus Klamminger – die ich alle seit langer Zeit als erfahrene Manager und Experten kenne und schätze. Sie alle haben mein Vertrauen, dass wir erreichen, was wir uns vorgenommen haben: Eine moderne Struktur, die in Österreich und Europa Vorbildfunktion hat. Und dadurch das beste Gesundheits- und Pflegesystem für unsere Landsleute, nach dem Motto ‚Gesund und Gepflegt. Ein Leben lang.‘“

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